Vision für eine bessere Welt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roy und Adele Igersheim hielten ihre Rede gemeinsam. Sie sprachen unter anderem über die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump.

© Kuhnhäuser

Roy und Adele Igersheim sprachen bei der Eröffnung der jüdischen Kulturtage in Igersheim ihre Rede gemeinsam. Dabei gingen sie auf die Situation in den USA unter Präsident Donald Trump ein.

 

Unter dem Titel „unsere Vision für eine bessere Zukunft“ machten die Igersheims deutlich, dass sie angesichts der Welt-Nachrichten Sorgen hätten. Eine davon sei der US-Präsident, „der kontinuierlich das Amt erniedrigt. Jeden Tag sagt er Dinge, die viele Amerikaner zusammenzucken lässt und unsere Verbündeten verärgert.“ Durch herabsetzende Worte verstärke Trump die „Hasssprache“ anderer. „Er entwirft eine ,wir gegen sie’-Mentalität“, kritisierten die Igersheims Trump. In den USA marschierten wieder Rassisten auf, es würden Nazi-Slogans gerufen, die Kluft im Lande zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten und seiner Politik werde täglich tiefer. „Diese zunehmende Polarisierung beunruhigt uns, als Amerikaner und als Juden.“

 

 

Verantwortlich gemacht 

 

Dazu käme, dass antisemitische Vorfälle stark ansteigen. Selbst das schlechte Wetter wurde von einem Politiker in Washington D.C. schon der jüdischen Unternehmerfamilie Rothschild angelastet – „das ist lächerlich, aber beängstigend.“

 

Antisemitismus sein nicht nur in den USA ein zunehmendes Problem, sondern auch in Europa und damit in Deutschland. Die Attacke auf einen Kippatrageden Israeli in Berlin – „er war Israeli, aber eben kein Jude, sondern ein arabischer Israeli!“ – zeige das ebenfalls. Kurzum: „Wir leben in (weltweit) gefährlichen Zeiten“ mit Schulschießereien, Lastwagen-Attacken und brutalen Überfällen.

 

 

Grund zur Hoffnung

 

Doch Roy und Adele Igersheim sehen auch Grund zur Hoffnung: „Junge Menschen befassen sich wieder mehr mit Politik, und auch mehr Frauen engagieren sich politisch. Und besondere Hoffnung habe man wegen Deutschland und Igersheim: „Dass sich unsere Bildungspartnerschaft auf die Region ausgedehnt hat, die Jüdischen Kulturtage im Taubertal etabliert wurden, dass Schüler sich „jüdischen“ Themen widmen, und auch, dass hier Flüchtlinge aus Syrien und anderen Bürgerkriegsländern aufgenommen wurden – das alles macht uns Hoffnung“, betonten Roy und Adele Igersheim. Das gegenseitige Kennenlernen, die Beschäftigung mit anderen Kulturen, der direkte Kontakt – „wir denken, dass das der sicherste Weg ist, Bigotterie und Rassismus auszumerzen. Unsere Bildungspartnerschaft, das glauben wir fest, ist heute wichtiger denn je.“

 

Und die Kulturtage leisteten ebenfalls einen wichtigen Beitrag. Ihre Vision für eine bessere Zukunft nannten Roy und Adele Igersheim ebenfalls: „Dass wir sehen, wie diese jungen Leute, mit denen wir hier sprechen, die Herausforderung annehmen, das zu tun, was unsere Generation und die vor uns nicht geschafft haben. Wir sehen es, wann immer wir hier sind und mit den Schülern in Kontakt kommen. Wir, die Erwachsenen, müssen ihren Mut zur Veränderung unterstützen, ihre Leidenschaft in positive Aktionen lenken und mit ihnen zusammenarbeiten, um, die Welt zu reparieren’. Dann werden wir eine leuchtende Zukunft haben!“

 

 

Stifter aus Maryland

 

Roy und Adele Igersheim aus Rockville/Maryland (USA) wirken als Stifter, Schirmherren und Bildungspartner. Die Vorfahren von Roy Igersheim lebten mit größter Wahrscheinlichkeit im 17. Jahrhundert in Igersheim; seinen Eltern gelang es, 1936/7 den Nazis zu entkommen und in die USA zu emigrieren. Er und seine Frau verloren durch den Holocaust zahlreiche Verwandte.

 

Die Überlebenden der Shoah sind heute über die ganze Welt verstreut. Das zentrale Anliegen des Ehepaars Igersheim ist es, dass junge Menschen in Deutschland und ganz besonders in Igersheim und Umgebung den Holocaust, seine Entstehung und Auswirkungen verstehen lernen und so ein tiefgreifendes Rechts- und Demokratieverständnis aufbauen sowie Humanität entwickeln können und sich eingehend mit Themen wie Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Wahrung der Menschenrechte auseinandersetzen. HP

 

 

© Fränkische Nachrichten, Montag, 07.05.2018 

„Klezmer im Elfenpalast“ Konzert mit Helmut Eisel und Birke Falkenroth


Sa, 02.10.2021

… Schon König David spielte einst Harfe, um seine Freunde und Gäste zu unterhalten…

 

Zur Eröffnung der „Jüdischen Kulturtage im Taubertal 2021“ präsentiert der international renommierte Klarinettist Helmut Eisel im Duo mit Birke Falkenroth an der Harfe sein neues Programm „Klezmer im Elfenpalast“.

 

Freuen Sie sich auf elfenzarte Klänge, herrliche Balladen und aufregend fetzige Titel zwischen Tango und Jazz, die das perkussive Element der Harfe hervorkehren und die Luft zum Flirren bringen…

  • Uhrzeit: 20:0 Uhr (Beginn), 19:30 Uhr (Einlass)
  • Veranstaltungsort: KULT Niederstetten (Hauptstr. 52/1)
  • Veranstalter: Stadt Niederstetten 
  • Eintritt: 16,00 €, ermäßigt: 14,00€

 


„Mannheim – Izieu – Auschwitz“


Sa, 02. - 16.10.2021

Die Wanderausstellung erzählt die Geschichte von vier jüdischen Kindern aus Mannheim, die in Auschwitz getötet wurden.

 

Sie waren unter den über 6000 badischen Juden, die im Herbst 1940 in das Sammellager Gurs in Südfrankreich deportiert wurden.

 

  Auf 21 Tafeln werden die Stationen der vier jüdischen Kinder Sami       

  Adelsheimer, Max Leiner, Fritz Löbmann und Otto Wertheim auf ihrem   

  Weg von Mannheim nach Auschwitz und Hintergrundinformationen zu   

  ihrem Leben aufgezeigt.

  • Uhrzeit: Es gelten die Öffnungszeiten des Rathauses
    • Montag: 16:30 - 19:30 Uhr
    • Mittwoch: 10:00 - 11:30 Uhr  
    • Donnerstag: 10:00 - 11:30 Uhr und 15.00 – 17.30 Uhr
    • Freitag: 15:00 - 17:30 Uhr
  • Veranstaltungsort: Städt. Mediothek, Niederstetten, Hauptstraße 52/1     
  • Veranstalter: Stadt Niederstetten in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg
  • Eintritt: frei

 


Ortsführung – Auf den Spuren jüdischen Lebens in Igersheim


So, 03.10.2021

Mit der Deportation der letzten fünf Igersheimer Juden in den Tod ging eine lange jüdische Ortsgeschichte zu Ende. Heimathistoriker Ulrich Dallmann bringt Ihnen im Ramen einer Ortsführung die Geschichte der Juden in Igersheim näher.

 

Das Taubertal hat im Hochmittelalter zu den Gebieten mit der größten jüdischen Population in Deutschland gehört. Auch Igersheim gehörten nachweislich seit dem 15. Jahrhundert zur dörflichen Gemeinschaft.

1812 lebten 53 jüdische Einwohner in Igersheim, bei Machtergreifung der Nazis 1933 noch 11.

 

Am 28. Nov. 1941 mussten die letzten damals noch in Igersheim wohnenden Juden Schmay und Elsa Hartheimer mit ihrer Tochter Rosa sowie Max und Gertrud Rosenheimer unter Bewachung ihre Koffer zum Bahnhof schleppen und wurden mit dem Zug zum Sammellager auf dem Killesberg Stuttgart und von dort aus ins Vernichtungslager nach Jungfernhof in Riga deportiert, das die fünf jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht überlebten.

Damit endete eine jahrhundertelange Verbindung von Christen und Juden in Igersheim.

Beim Ortsrundgang führt uns Heimathistoriker Ulrich Dallmann zu den Stätten jüdischen Lebens in Igersheim, zu den Stolpersteinen vor den Häusern der ermordeten Juden im Ortskern, zur früheren Synagoge mit der „Judenschul“.

  • Uhrzeit: 17:00 Uhr
  • Veranstaltungsort: Rathaus Igersheim, Möhlerplatz 9
  • Veranstalter: Gemeinde Igersheim
  • Eintritt: frei